Gefangen im Dauereinsatz: Wenn PICTS nur noch reagieren

Der Schulalltag vieler PICTS sieht so aus: „Kannst du schnell schauen, mein iPad synchronisiert nicht." – „AirPlay funktioniert schon wieder nicht." – „Wie verteile ich die Aufgabe in Classroom?" – „Die App verlangt plötzlich ein Login." Von Tür zu Tür, von Problem zu Problem. PICTS reagieren – sie agieren selten.

Und am Ende des Tages bleibt kaum Zeit für das, was eigentlich entscheidend wäre: Unterrichtsentwicklung voranbringen, Kompetenzen im Kollegium systematisch aufbauen, strategisch planen oder die Qualität digitaler Bildung weiterentwickeln.

So wird Digitalisierung zu einer technischen Dauerbaustelle statt zu einem pädagogischen Entwicklungsprozess. Die Frage ist: Wie kommen PICTS aus diesem Hamsterrad heraus?

Problemlösen allein genügt nicht

Der permanente Reaktionsmodus hat weitreichende Folgen – für die PICTS selbst, aber auch für die gesamte Schulentwicklung:

  • Keine nachhaltige Kompetenzentwicklung: Wer nur Probleme löst, vermittelt keine Fähigkeiten. Das Kollegium bleibt abhängig, Wissen konzentriert sich bei wenigen Personen. Fällt der PICT aus, steht die digitale Infrastruktur still. Es entsteht keine lernende Organisation.

  • Digitale Resignation im Kollegium: Wenn Technologie ständig Probleme macht, werden Geräte als Belastung statt als Werkzeug wahrgenommen. Lehrpersonen meiden digitale Methoden, kehren zu analogen Lösungen zurück oder nutzen nur das absolute Minimum. Die pädagogischen Potenziale bleiben ungenutzt.

  • Fehlende strategische Ausrichtung: Die Schule hat Geräte – aber keine gemeinsame Vision. Welche digitalen Kompetenzen sollen Schülerinnen und Schüler entwickeln? Wie fügt sich Technologie ins pädagogische Konzept? Ohne strategische Planung bleibt Digitalisierung Stückwerk.

  • Verpasste Chancen für innovativen Unterricht: Statt neue Lehr- und Lernformen zu entwickeln, verwaltet man den Status quo. Kollaborative Tools, kreative Medienprojekte, personalisiertes Lernen – all das bleibt Theorie, weil die Zeit für Erprobung und Begleitung fehlt.

  • Überlastung und Burnout-Risiko: Oft hängt alles an einer engagierten Lehrperson. PICTS arbeiten häufig ohne klar definiertes Zeitbudget, beantworten Anfragen in der Pause, nach Schulschluss oder am Wochenende. Was als Leidenschaft beginnt, wird zur permanenten Verfügbarkeit – mit allen gesundheitlichen Risiken.

Und genau hier beginnt PICTS 2.0.

Was bedeutet PICTS 2.0?

PICTS 2.0 ist kein neuer Titel und keine zusätzliche Zertifizierung. Es ist einParadigmenwechsel – weg vom technischen Support, hin zur pädagogischen Schulentwicklung. Statt zu reparieren, coachen PICTS das Kollegium. Statt Apps zu erklären, entwickeln sie didaktische Konzepte. Statt Einzelhilfe zu leisten, schaffen sie systematische Weiterbildungsstrukturen.

Statt reaktivem Problemlösen geht es um:

Strategische Mitgestaltung
PICTS 2.0 sind Teil der Schulleitung oder arbeiten eng mit ihr zusammen. Sie entwickeln digitale Strategien mit, definieren Ziele und setzen Prioritäten – nicht als Einzelkämpfer, sondern als Teil eines Entwicklungsteams.

Didaktische Schulentwicklung
Im Zentrum steht nicht die Technik, sondern die Frage: Wie verändert Digitalisierung guten Unterricht? PICTS 2.0 initiieren didaktische Diskussionen, erproben neue Formate und begleiten das Kollegium bei der Weiterentwicklung ihrer Unterrichtspraxis.

Coaching statt Reparieren
Statt Probleme zu lösen, befähigen PICTS 2.0 ihre Kolleginnen und Kollegen, selbst Lösungen zu finden. Sie bieten Schulungen an, etablieren Peer-Learning-Formate und schaffen Strukturen, in denen Wissen geteilt wird.

Klare Rollen und Verantwortlichkeiten
PICTS 2.0 brauchen Mandate, Ressourcen und definierte Zuständigkeiten. Das bedeutet: festgelegte Arbeitszeit, Entlastung vom Unterricht und eine klare Abgrenzung zwischen pädagogischer Beratung und technischem First-Level-Support.

PICTS 2.0 werden so zu echten Mitgestaltenden der Schulentwicklung – auf Augenhöhe mit der Schulleitung und eingebettet in ein gemeinsames Entwicklungsverständnis.

Was braucht es für PICTS 2.0? Drei zentrale Veränderungen

Der Wechsel vom Feuerwehrmodus zur strategischen Schulentwicklung gelingt nicht von selbst. Es braucht klare strukturelle und kulturelle Veränderungen:

1. Rollenklärung mit der Schulleitung

Eine der wichtigsten Fragen lautet: Was ist Aufgabe der PICTS – und was nicht?

Technischer Betrieb, Geräteverwaltung und Systemadministration gehören klar zur ICT-Abteilung bzw. zum externen Partner. PICTS sollten nicht primär Netzwerke konfigurieren oder Hardware warten, sondern:

  • Unterrichtsentwicklung begleiten und initiieren
  • Good Practice im Kollegium sichtbar machen
  • Kolleginnen und Kollegen als Coach unterstützen
  • Weiterbildungen mitgestalten und durchführen
  • Didaktische Konzepte für digitales Lernen entwickeln

Ohne diese klare Abgrenzung rutscht jede engagierte Person automatisch in die Feuerwehrrolle. Die Schulleitung muss diese Rollenklärung aktiv mittragen und kommunizieren – intern wie extern.

2. Struktur statt Einzelhilfe

Statt 20 Einzelanfragen pro Woche zu beantworten, schaffen PICTS 2.0 systematische Lernformate:

  • Mikro-Weiterbildungen im Team (15–20 Minuten zu konkreten Unterrichtsthemen)
  • Praxisfenster an Konferenzen (Kolleginnen und Kollegen zeigen gelungene Beispiele)
  • Hospitationen (gegenseitige Unterrichtsbesuche mit digitalem Fokus)
  • Coaching-Sequenzen (begleitete Unterrichtsentwicklung über mehrere Wochen)
  • Klare FAQ-Strukturen (Self-Service für wiederkehrende technische Fragen)
  • Digitale Pinnwände oder Kanäle (asynchroner Austausch von Tipps und Materialien)

Ein 20-minütiger Input für das ganze Kollegium wirkt nachhaltiger als 15 Einzelinterventionen. Er schafft gemeinsames Wissen, ermöglicht Austausch und macht Kompetenzentwicklung sichtbar.

3. Von Technik zu Pädagogik

Die entscheidende Frage lautet nicht: „Welche App sollen wir einsetzen?"

Sondern:

  • Wie fördern wir selbstständiges, eigenverantwortliches Lernen?
  • Wie stärken wir Kollaboration und Teamfähigkeit?
  • Wie machen wir Lernprozesse für Schülerinnen und Schüler sichtbar?
  • Wie setzen wir die überfachlichen Kompetenzen und Medienbildung aus dem Lehrplan 21 konkret um?
  • Wie ermöglichen wir individualisiertes Lernen in heterogenen Klassen?

Technik ist Mittel – nicht Ziel. PICTS 2.0 denken vom gewünschten Lernziel her und wählen dann passende digitale Werkzeuge aus. Sie entwickeln keine iPad-Didaktik, sondern guten Unterricht, der digitale Möglichkeiten nutzt.

Die Rolle der Schulleitung: Digitalisierung ist Führungsaufgabe

Ohne aktiven Rückhalt und klare Positionierung der Schulleitung ist PICTS 2.0 kaum möglich. Zu oft werden PICTS als „die mit den iPads" wahrgenommen – engagiert, aber ohne strategisches Mandat. Das muss sich ändern.

Zentrale Fragen für Schulleitungen:

Gibt es eine klare Digitalstrategie?
Digitalisierung braucht mehr als einen Gerätepark. Es braucht eine Vision: Welche Kompetenzen sollen unsere Schülerinnen und Schüler entwickeln? Wie verändert sich Unterricht? Wo wollen wir in drei Jahren stehen? Diese Strategie muss gemeinsam mit den PICTS entwickelt und im Kollegium getragen werden.

Ist die Rolle der PICTS klar definiert – und kommuniziert?
PICTS brauchen ein offizielles Mandat. Dazu gehört: ein Pflichtenheft, das pädagogische Entwicklung von technischem Support trennt, Einsitz in relevanten Gremien, Mitsprache bei Anschaffungen und Projekten. Und: Die Schulleitung kommuniziert diese Rolle aktiv – gegenüber dem Kollegium, den Eltern und externen Partnern.

Sind ausreichend Zeitressourcen vorhanden?
PICTS 2.0 brauchen Zeit. Zeit für Konzeptarbeit, Weiterbildungen, Coaching und Reflexion. Ein oder zwei Lektionen Entlastung reichen nicht aus, wenn strategische Schulentwicklung erwartet wird. Realistische Pensen liegen je nach Schulgröße bei 10–20% oder mehr – transparent ausgewiesen und geschützt vor anderen Aufgaben.

Wird Unterrichtsentwicklung aktiv gefördert?
Schulleitung bedeutet nicht nur, PICTS zu unterstützen, sondern digitale Unterrichtsentwicklung zur gemeinsamen Priorität zu machen. Das zeigt sich konkret: in Konferenzzeiten für didaktische Diskussionen, in der Anerkennung innovativer Unterrichtsprojekte, in Weiterbildungsbudgets und in der Bereitschaft, Neues zu erproben – auch wenn es mal scheitert.

Ist die Zusammenarbeit mit externen Partnern geklärt?
Wo endet die Verantwortung der Schule, wo beginnt die des ICT-Dienstleisters oder der Gemeinde? Klare Schnittstellen verhindern, dass PICTS zu Systemadministratoren werden und ermöglichen eine professionelle Aufgabenteilung.

Digitalisierung ist Führungsaufgabe. Nicht Zusatzaufgabe.

Schulleitung, die PICTS 2.0 ernst nimmt, versteht digitale Transformation als integralen Bestandteil von Schulentwicklung – nicht als IT-Projekt, das man delegiert. Sie schafft Strukturen, gibt Orientierung und stärkt den PICTS den Rücken. Nur so wird aus technischem Support echte pädagogische Entwicklungsarbeit.

Impulsfragen für eure Schule

  • Arbeiten unsere PICTS strategisch – oder reaktiv?

  • Ist die Rolle klar definiert?

  • Gibt es eine digitale Vision?

  • Werden Lehrpersonen systematisch begleitet?

Wer hier ehrlich hinschaut, macht bereits den ersten Schritt.

Wie wir euch unterstützen: eduPackage für PICTS 2.0

Der Weg von der Feuerwehr zur strategischen Schulentwicklung braucht mehr als guten Willen – er braucht konkrete Ressourcen, praxisnahe Inhalte und professionelle Begleitung.

Genau hier setzt das eduPackage an: Die Plattform wurde von Lehrpersonen für Lehrpersonen entwickelt und unterstützt PICTS gezielt dabei, vom reaktiven Support zur aktiven Unterrichtsentwicklung zu wechseln.

Was bietet das eduPackage?

  • Fertige Unterrichtseinheiten – direkt einsetzbar, abgestimmt auf den Lehrplan 21
  • Tutorials und Webinare – für selbstständiges Lernen im eigenen Tempo
  • App-Sammlung – praxiserprobte, didaktisch wertvolle Programme mit Bewertungen
  • Online-Sprechstunden – zum Austausch und zur Klärung konkreter Fragen
  • Coaching vor Ort – individuelle Begleitung eurer Schule bei Projekten, Workshops oder Elternabenden
  • Netzwerk-Events – Austausch mit anderen Schulen an den LearningDays

Das eduPackage entlastet PICTS, indem es strukturierte Weiterbildungsformate bereitstellt, die das ganze Kollegium nutzen kann. So müsst ihr nicht jedes Mal das Rad neu erfinden – und habt mehr Zeit für strategische Aufgaben.

Ihr möchtet PICTS 2.0 an eurer Schule Realität werden lassen?

Das Education-Team von DQ Solutions unterstützt euch gerne – ob bei der Einführung des eduPackage, bei der Rollenklärung oder mit massgeschneidertem Coaching für eure Schule.

Jetzt unverbindlich informieren: https://edupackage.ch
Kontakt: info@edupackage.ch

Digitalisierung ist Entwicklung – lasst euch dabei begleiten.